Intensivpädagogische Wohngruppe für jüngere Kinder

Wir arbeiten für und mit jüngeren Mädchen und Jungen im Alter ab 6 Jahren, deren Verhalten durch mangelnde Bindungserfahrungen und schwerwiegende psychosoziale Belastungen häufig oppositionell-herausfordernd und emotional-instabil ist. Diese Kinder

  • werden wenig oder nicht in den bestehenden Systemen der aktuellen Lebenssituation (Familie, Schule…) gehalten  bzw. der dortige Verbleib ist bedroht,
  • verfügen bereits über stationäre oder ambulante psychiatrische/psychotherapeutische Vorerfahrungen  oder es ist solche Begleitung indiziert,
  • benötigen aufgrund psychotraumatischer Belastungen individuelle Schutz- und Erprobungsräume für ihre weitere Entwicklung,
  • benötigen intensive und möglichst kontinuierliche Anbindung an erwachsene Personen, um positive Bindungserfahrungen nachholen zu können.

Unser Ziel: Positive Erfahrungsräume öffnen

Halt und Orientierung  geben: Ausgehalten werden trotz herausfordernden, dissozialen Verhaltens

Nachholen von Bindungserfahrungen: Emotionale Orientierung und Zuwendung geben

Pädagogik des sicheren Orts: Spezielle Settings für Belastungserfahrungen im Kontext TraumaZielsetzung ist die Stabilisierung der Kinder: Bais ist die Schaffung eines äußeren sicheren Ortes mit möglichst sicheren äußeren Rahmenbedingungen, die es ermöglichen, dort mit Freude zu leben, zu arbeiten, zu lernen und sich kreativ entfalten. Hinzu kommt die Vermittlung eines inneren sicheren Ortes, Kinder darin anzuleiten, innere Orte mit Hilfe ihrer imaginativen Fähigkeiten zu entwickeln und zu ankern.  Diese traumapädagogische Ausrichtung wird durch ausgebildete Fachkräfte sichergestellt.

Struktur und Regeln: Sicherheit durch Kontinuität und Verlässlichkeit

Neuorientierung im familiären Bezugssystem: Erfahrungsräume für positive Erfahrungen mit der Herkunftsfamilie schaffen, aktiver Einbezug der Eltern: Die sorgsame und vorsichtige Eltern-/Angehörigenarbeit  ist so strukturiert, dass Beziehungserfahrungen korrigiert werden können, indem durch Beratung und Begleitung Kontakte so gestaltet werden, dass die Kinder ihrer Eltern als zugewandt, feinfühlig für die Bedürfnisse des Kindes und berechenbar erlebt werden.

Pädagogischer Leistungsrahmen

Die Aufnahmesituation wird bereits im Vorfeld zeitlich und inhaltlich gut mit allen Beteiligten vorbereitet und ist verbunden mit einer mindestens dreimonatigen diagnostischen Begleitung. Grundlage der diagnostischen Beurteilung sind standardisierte Beobachtungshilfen der Einrichtung, vorausgegangene externe diagnostische Abklärungen und Explorationsgespräche (Kind/Eltern) des psychologischen Dienstes. Die diagnostische Beurteilung der Einrichtung wird schriftlich niedergelegt und bildet die Grundlage des ersten Hilfeplangesprächs.

Die  intensive Förderung innerhalb der Gruppe, eine möglichst enge Vernetzung zu therapeutischen Hilfen,  Kooperation mit der Schule und begleitende individuelle Angebote sichern vor allem ein kontinuierliches und tragfähiges Angebot.  Die enge Einbindung der Eltern in die Arbeit der Intensivgruppe ist wesentlicher Bestandteil, um dem belasteten Familiensystem Möglichkeiten zur Entlastung und Veränderung zu geben. Der Blick auf die Beziehungen zwischen dem Kind und seiner Herkunftsfamilien emöglicht Erkenntnisse für die Ausrichtung der Eltern-/Familienarbeit an dem jeweiligen System und berücksichtigt die Familienstrukturen, Rollenverteilungen, Konflikte und Probleme.

Das pädagogische Team deckt für die 7 Kinder im Intensivstatus 6,36 Stellen ab, hiervon entfallen 0,3 Stellen auf den Bereich der psychologischen Begleitung und der Freizeitpädagogik. Der Betreuungsschlüssel beläuft sich somit auf 1:1,1. Eine Hauswirtschafterin ist mit einer halben Stelle für die Zubereitung frischer Mahlzeiten zuständig und unterstützt die Kinder und Mitarbeitenden bei der Erhaltung von Ordnung und Sauberkeit.

 

Die Intensivpädagogische Gruppe für jüngere Kinder befindet sich auf dem Gelände am Bonifatiusweg 5 und bietet Platz für 7 Mädchen und Jungen ab 6 Jahren eine Heimat. Die Kinder und Jugendlichen leben in altersgerecht ausgestatteten Einzelzimmern und teilen sich zu zweit oder zu dritt ein modernes Badezimmer. Die Gemeinschaftsräume sind großzügig, gemütlich und den Bedürfnissen der Bewohner/-innen angepasst.

Neben einem großen Außengelände mit Spielmöglichkeiten für verschiedene Altersgruppen verfügen wir auch über eine geräumige Mehrzweckhalle. Schulen und Ausbildungsstätten, Freizeiteinrichtungen, Geschäfte und die Innenstadt sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln, fußläufig oder mit dem Fahrrad gut zu erreichen.

Gemeinsam Perspektiven schaffen...

heißt für uns,

 

Thomas Reelsen

Pädagogische Leitung

Tel.: 05251-144614
Fax: 05251-144642

Annette Leer

Leitung Wohngruppe 3

Tel.: 05251-144610
Fax: 05251-144642