Medienkompetenz als Schlüsselkompetenz

Ein zentraler Bildungsauftrag

Unsere Gesellschaft ist stark geprägt durch Medien und die voranschreitende Digitalisierung. Kinder kommen von klein auf mit Medien in Kontakt, daher ist Medienkompetenz in der heutigen Zeit mit dem immer schnelleren technologischen Fortschritt eine Schlüsselkompetenz. Medienkompetenz meint den bewussten, kritisch-reflexiven, sachgerechten, selbstbestimmten und verantwortlichen Umgang mit Medien und ist die Voraussetzung für die sichere und risikofreie Teilhabe. Zusammenfassend hat dies Auswirkungen auf unser pädagogisches Handeln, damit wir die uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen sowie Mütter und Väter in der Entwicklung ihrer Medienkompetenz dort abholen können, wo die Person steht und die Kompetenzerweiterung begleiten können. Eine Medienkompetenzerweiterung wird nicht durch möglichst viel Kontakt zu digitalen Medien erreicht, sondern benötigt einen pädagogischen Rahmen, der für die gesamte Einrichtung gültig ist.

Dieser Rahmen wurde seit 2022 im “Arbeitskreis Medienkonzept” bestehend aus Mitarbeitenden der Einrichtung und einer externen fachlichen Betreuung durch Laura Eichler von der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW erarbeitet. Das aus der kontinuierlichen Arbeit dieses Kreises entstandene Konzept finde alle Interessierten hier:Medienkonzept-B5. Die darin enthaltenen Wünsche, Anregungen und Interessen von den Bewohner :innen wurden bei der Erstellung des Konzepts berücksichtigt.

 

Unsere Haltung beinhaltet…

  • Wir achten auf eine “Netiquette”, das heißt wir pflegen und vermitteln einen freundlichen, wertschätzenden und angemessenen Umgang in der digitalen Kommunikation (Netiquette im Bonny5 findet sich im Anhang).

  • Wir akzeptieren den digitalen Raum als Lebenswirklichkeit der von uns betreuten jungen Menschen und stehen für eine Balance zwischen behütender und befähigender Haltung in Bezug auf die Vermittlung von Medienkompetenz. Uns ist ein transparenter und gerechter Umgang mit Regeln der digitalen Mediennutzung wichtig.

  • Wir akzeptieren den digitalen Raum als privaten und achten auf einen sorgsamen Umgang bezogen auf die Inhalte zum Schutz unserer Zielgruppe. Erkennen wir eine Gefährdung des Schutzes des Nutzers, überprüfen wir transparent, umsichtig und unter Beteiligung notwendige Inhalte.

  • Uns ist es wichtig, die digitale Welt als Wahlmöglichkeit wahrzunehmen und die Anwender- und Entscheidungskompetenz unserer Zielgruppe zu stärken, das heißt
    • eine bewusste Wahl, ob Medien genutzt werden oder nicht,
    • eine freie Wahl der Endgeräte,
    • eine freie Wahl der Kommunikationsart

  • Wir nehmen das Thema Medien und Digitalisierung in unser pädagogisches Handeln auf und schaffen Anlässe zum Austausch (Teamsitzungen, Gruppenleitersitzung, Gruppenrunden, etc.).

  • Medienzeiten und Nutzungsinhalt werden dem Alter und individuellen Entwicklungsstand angepasst.

  • Wichtig finden wir die altersgerechte Vermittlung von „Basics“, wie zum Beispiel
    • Auswirkung von Mediennutzung auf die mentale und physische Gesundheit,
    • Grundwissen PC (Wie starte ich einen PC? Aufbau einer Tastatur),
    • Grundwissen Internet (E-Mail verfassen + Anhang + CC, Wie und was kann ich recherchieren? Verträge, Abos, Kündigungen),
    • Grundwissen Smartphone (Was ist ein Link/ eine App? Social Media),
    • Lebenspraktische Fähigkeiten (Lebenslauf/Bewerbung schreiben, Word, Brief schreiben, Power Point),Vermittlung von Open Source Programmen als kostenfreie Alternative zu kostenpflichtigen Programmen.

Medienpädagogik im Bonny 5 – was heißt das eigentlich?

Einblick in ein Jahresprogramm

Unsere medienpädagogische Arbeit zeichnet sich durch ein breites Spektrum an kreativen, lebensweltbezogenen und partizipativen Angeboten aus. In unterschiedlichen Formaten schaffen wir Räume zum Ausprobieren, Lernen und Mitgestalten. Auf spielerische und niederschwellige Art und Weise stellen wir so Kreativität, digitale Kompetenzen und kritisches Medienhandeln in den Mittelpunkt.

Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr auf kreativen Medienangeboten, bei denen eigene Ideen praktisch umgesetzt wurden. Ob beim Entwickeln eigener Spiele, bei Papercraft- und PixelArt-Projekten, beim Gestalten von LED-Karten oder in Fotoprojekten – die Teilnehmenden erhielten die Möglichkeit, digitale und analoge Gestaltungstechniken kennenzulernen und ihre Medienkompetenz spielerisch zu erweitern. Ergänzt wurden diese Angebote durch fortlaufende Gaming- Formate wie die Spieletestergruppen und Mario-Kart-Turniere, die gemeinsames Spielen, Fairness und Austausch fördern.

Eine Fotochallenge zum Thema „Orte der Hoffnung“ verband die Bereiche Seelsorgliche Begleitung und Medienpädagogik miteinander. Ausgestattet mit einer Spiegelreflexkamera gingen wir gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die Suche nach dem Ort, der Kraft gibt und guttut. Die so entstandenen Bilder wurden prämiert und sind in einem unserer Konferenzräume ausgestellt.

Im Rahmen der Meet and Code Initiative entstand das Projekt „Werdet zu Spielemachern“, in dem die Teilnehmenden erste Erfahrungen in den Bereichen Spieleentwicklung, Game-Design und Projektarbeit sammeln konnten. Als Teams wurden mit der Nintendo Switch Welten aus selbst erdachten und erstellten Jump and Run Leveln gebaut, die am Projekttag vorgestellt und ausprobiert werden konnten.

Ein weiterer fester Bestandteil war wieder die redaktionelle Medienarbeit. Mit der Bonny Zeitung arbeiteten Kinder und Jugendliche in einem festen Redaktionsteam an der Planung, Umsetzung und Gestaltung eigener Zeitungsartikel. Von der Ideenfindung über das Layout bis hin zum Druck und zur Veröffentlichung erhielten sie Einblicke in journalistische Arbeitsweisen und stärkten ihre Ausdrucksfähigkeit.

Im Projekt ‚Level dich up – für mehr Sicherheit im Netz!‘ wurden vielfältige niederschwellige medienpädagogische Angebote entwickelt und erprobt, um Kinder, Jugendliche und Eltern für Risiken und Gefahren im digitalen Raum zu sensibilisieren und ihre Handlungskompetenzen zu stärken. In altersgerechten Formaten wie Gruppenrunden, kreativen Workshops, Spiel- und Quizangeboten, Fotoprojekten sowie interaktiven Rallyes setzten sich die Teilnehmenden mit Themen wie Datenschutz, sicherer Online-Kommunikation, Fake News, Bildrechte, digitale Spielewelten und digitales Wohlbefinden auseinander. Ergänzend richteten sich Workshops und Austauschformate an Eltern und junge Erwachsene, um Medienerziehung, Konsumkompetenz und einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien auch im familiären und alltäglichen Kontext zu unterstützen.


Wiebke Mikus

Medienpädagogin

Tel.: 0170 8377897